Städteportrait St. Gallen

St_Gallen

Die Stadt St.Gallen zählt rund 80‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern und ist damit die achtgrösste Stadt der Schweiz. Das wirtschaftliche Zentrum der Ostschweiz, gelegen auf rund 700 m über Meer, ist bekannt für seine Stickereien. Touristisch interessant ist insbesondere die Stiftsbibliothek (UNESCO_Weltkulturebene) und alljährlich zieht die OLMA in Herbst Hunderttausende Besucherinnen und Besucher an.

Die künftige Ausrichtung der Alterspolitik der Stadt St.Gallen wird derzeit in einem umfassenden Strategieprozess neu erarbeitet. Aktuell liefert das Grundlagenpapier «Alters- und Generationenpolitik der Stadt St.Galle» aus dem Jahr 2010 die Ausrichtung und den Rahmen. Dabei wurde erstmals das Verhältnis der Generationen explizit thematisiert. Das besagte Dokument enthält folgende Leitgedanken:

  • Ältere Menschen sollen, unterstützt durch ambulante Angebote, so lange wie möglich zu Hause leben können. Dazu sollen alternative Wohnformen gefördert und ambulante Dienste ausgebaut werden.
  • Die soziale Teilhabe älterer Menschen und die Solidarität zwischen den Generationen soll gefördert werden. Mobilitätseinschränkungen sollen abgebaut und Generationenprojekte finanziell gefördert werden.

Im Jahr 2016 hat sich der Stadtrat zum Ziel gesetzt, die Situation von Menschen mit Demenz in der Stadt St.Gallen zu verbessern. Ein entsprechender Bericht wird demnächst veröffentlicht und in der Folge diverse Massnahmen umgesetzt. Im laufenden Jahr wird die Sensibilisierungskampagne «Aktion Demenz» durchgeführt. Sie hat zum Ziel, die Bevölkerung über das Krankheitsbild Demenz zu informieren, als Voraussetzung für einen verständnisvollen Umgang mit demenzbetroffenen Menschen und für die Entwicklung hin zu einer demenzfreundlichen Gemeinde.

Die Alterspolitik ist in der Direktion Soziales und Sicherheit und dort im Amt für Gesellschaftsfragen angesiedelt. Zuständig für das Dossier Alter und Generationen ist die Soziologin Karolina Staniszewski. Die Stelle im Amt für Gesellschaftsfragen angesiedelt, das weitere gesellschaftliche Themen bearbeitet und somit Schnittstellen geschaffen werden können z.B. zu Integration, Gesundheit, Behinderung und Quartierentwicklung.

Die Mitwirkung im Netzwerk altersfreundlicher Städte bietet der Stadt St.Gallen eine wichtige Austauschplattform, um die städtische Alterspolitik weiterzuentwickeln und gemeinsam mit anderen Städten Lösungsansätze für zukünftige Herausforderungen zu erarbeiten.

Eine grosse Herausforderung für die Stadt St.Gallen stellt die historisch gewachsene Struktur der Altersversorgung dar. Geprägt von einer liberalen Sozialpolitik hat sich insbesondere im stationären Bereich eine überaus vielfältige Landschaft von Angeboten gemeinnütziger Trägerschaften herausgebildet. Deren übergeordnete Steuerung und Einbindung in eine kommunale Strategie ist anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen an die Information und Beratung, damit ältere Menschen das für ihre Lebenslage passende Angebot finden, aber auch an die Koordination der verschiedenen Dienste.

Ein weithin bekanntes innovatives Vorhaben aus St.Gallen ist die hier ansässige Stiftung Zeitvorsorge, die zusammen mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen als Pionierprojekt entwickelt wurde: Rüstige Rentnerinnen und Rentner unterstützen ältere Menschen. Im Gegenzug erhalten sie Zeitgutschriften, die sie bei eigenem Bedarf gegen Leistungen eintauschen können.

Stadt St. Gallen, Bereich Alter
Aktion Demenz
Zeitvorsorge